Den geistigen Zustand einer Gesellschaft kann man nicht selten an der theoretischen Disposition ihrer sogenannten „Intellektuellen“ ablesen. Dass die Fundamentalkrise sich keineswegs auf die materielle Reproduktion beschränkt, sondern auch eine des Denkens und Handelns ist, dafür steht neben Peter Sloterdijk, der mittlerweile ganz offen rassistisch seinen elitären Standpunkt verteidigt[1], auch Jürgen Habermas, dessen Demokratie-Fetischismus angesichts seiner theoretischen Herkunft ihn zu einem wahren Verdrängungskünstler gemacht haben muss.
Autor
Daniel Späth
Meterhohe Wellen, die in immer neuen Schüben unaufhaltsam den Erdball überrollen; Erdbeben, welche kilometerlange Risse in den Boden reißen und ganze Häuserlandschaften wie lose Pappgestelle in die Tiefe ziehen. Im Zeitalter der Fundamentalkrise ist das bürgerliche Bewusstsein besonders anfällig für Katastrophenszenarien, wie die oben skizzierten des Filmes mit dem „provozierenden“ Namen „2012“, in denen sich paradigmatisch eine zutiefst projektiv entladene Angst vor dem sukzessiven Verfall der eigenen Gesellschaft ausdrückt – im Fall Roland Emmerichs garniert mit dem Augenzwinkern des Kinoproduzenten, der um die neurotische Affinität des Krisensubjekts zu diesen Schreckensbildern weiß.